Der Abschied von unseren drei Abenteurern am vergangenen Samstag in Windhoek war ein Ereignis. Um die 60 Verwandten reisten zum Teil 600km zum Flughafen an um ihre Jungs ein letztes Mal zu sehen. Für viele ein Abschied ins Ungewisse. Zum ersten Mal verließen Kandundu, Venomambo und Venomasa ihr Heimatland. Den Flug hatten sie gut überstanden als sie am Sonntagmorgen in Frankfurt ankamen.
Ihr erster Eindruck von Deutschland? „Zu groß“… „Und warum fahren die Leute hier Fahrrad? Sogar die Frauen…“. Bereits vertraut sind die 3 nun mit Döner, Bahn und Bussen – ungewöhnlich für sie auch die hohen Gebäude. 
Höhepunkt als sie den Kölner Dom zu Gesicht bekamen…. „Diese Kirche ist definitiv zu hoch“ stellte Kandundu fest. Trotzdem waren alle motiviert die Turmspitze zu besteigen… Zumindest bis zu dem Punkt an dem sie erfuhren, dass sie dies zu Fuß machen mussten.
Oben angekommen entlohnte dann der Blick über Köln und Venomasa behauptet seitdem stur: Eine Stadt, die eine Millionen Einwohner hat, sei ein Land, keine Stadt… Und was wir hierzulande ein Dorf nennen sei eine Stadt, denn „ein Dorf, my friend, hat nur drei Häuser…“ Im Dom wurde dann eine Kerze angezündet und den Drei wurde in diesem Moment nochmal bewusst auf was sie sich eingelassen haben. In tiefer Ruhe beteten sie und bewunderten die hohen Wände und den Schmuck der Kathedrale.
Ein wenig erschlagen waren sie schon und es wird dann noch was brauchen, bis die jungen Namibier realisieren wo sie hier eigentlich gelandet sind und das es hier keine Kudu-Antilopen gibt. Auch, dass es hier keine Schlangen gibt wollten sie zunächst nicht glauben…
Seit gestern sind sie nun in der Obhut der Freunde der Erziehungskunst. Ein erstes Seminar in Kronberg (auf Deutsch) soll sie noch einmal einstimmen auf das was da noch kommt. Die deutsche Sprache wird eine Herausforderung. Immerhin: Bestellungen in der Bäckerei und in der Kneipe haben wunderbar funktioniert – das Potenzial ist deutlich zu erkennen und Venomambo verspricht in zwei Monaten soweit zu sein, fließend Deutsch zu sprechen.
Insgesamt gefällt ihnen Deutschland, aber sie haben auch bemerkt, dass die Leute nicht so freundlich sind… „Warum lächeln und grüßen die nicht?“ hat Kandundu gefragt und er ist der Meinung, dass ihn vor allem Kinder ansehen, als hätten sie noch nie einen Schwarzen gesehen…
Am kommenden Samstag geht es für die Jungs nochmal nach Köln. Beim Bundesliga-Topspiel zwischen dem 1.FC Köln und SV Werder Bremen werden sie mit fast 50.000 Menschen gemeinsam Fussball schauen – wieder so eine neue Erfahrung, auf die sie sich schon freuen…
Am Sonntag beginnt dann das deutsche Farmleben im Norden. Venomambo geht nach Vollersode (zwischen Bremen und Bremerhaven), Venomasa und Kandundu werden in Hardebek (nördlich von Hamburg) unterkommen.
Die Mission „Deutsch für Anfänger“ hat begonnen – das Abenteuer ist im vollen Gange und Köln profitierte schon davon. Kandundu, Venomambo und Venomassa brachten die afrikanische Sonne mit und bescherten der Stadt am Rhein zwei zauberhafte Tage.
Bilder von den ersten Tagen folgen übrigens in Kürze...
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